< zurück zum Archiv 24. Oktober – 21. Dezember 2001:

Zugerstrasse/Baarerstrasse 1999-2000
Photo + digital imaging J. – F. Schnyder


Als Jean-Frédéric Schnyder 1993 die Schweiz an der Biennale di Venezia vertrat, zeichnete er ein originelles wie eigenwilliges Bild seiner Heimat. Auf einer Serie von relativ kleinen 119 Ölbildern, die Querformate messen 30 cm in der Höhe und 42 cm in der Breite, war jeweils ein Stück Schweizer Autobahn, das sich ihm von den darüber gespannten Brücken bot, wiedergegeben, gemalt bei Tage und bei Nacht, im Regen und bei Sonnenschein, im Winter und im Sommer. Auf einer Wanderung, deren erste Etappe am 7. Januar 1992 begann und deren letzte am 21. Dezember 1992 endete, wanderte er von St. Margrethen bis nach Genf. In ähnlicher Weise nahm er 1999 ein anderes Stück Weg in Angriff, jene Strasse, die von Zug nach Baar führt. Mit dem Photoapparat hielt er nun Haus um Haus fest, mit der Präzision eines Landvermessers. Nur bei Hochnebel wurde photographiert, um ein gleichmässiges und wenig Schatten bildendes Licht zu haben. Zu Hause wurden die Photos mit Hilfe des Computers in monatelanger Kleinarbeit zu einem nahtlosen Band zusammengefügt. Es entstand so ein C-Print von 14,5 Meter Länge! Dieser ausserordentliche Druck, der ein Stück Schweiz in unerhörter Dichte zeigt, steht im Mittelpunkt der Ausstellung.

Zur Ausstellung erschien bei Edition Patrick Frey, Zürich, ein Künstlerbuch von Jean-Frédéric Schnyder, das in Form eines Leporellos den gesamten Druck wiedergibt.

Kontakt
: Paul Tanner (> e-mail )
P R E S S E


Tages Anzeiger
30. Oktober 2001
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