| < zurück zum Archiv | 1. Februar - 13. April 2006: Jakob Schärer (*1908) - Zeichnungen |
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Ein subtiler Zeichner wie Jakob Schärer suchte und sucht
nicht die lauten Töne und nicht die grellen Farben, sondern spürt mit Bleistift, Kreide oder Feder
nach jenen Dingen, die sich dem sprachlichen Ausdruck entziehen. Eine grosszügige Schenkung durch
den Basler Sammler Dr. Francis Raas erlaubt es, Zeichnungen dieses Künstlers aus den Jahren von 1958
bis heute zu präsentieren. Der 1908 geborene Basler Künstler ist ausserhalb seiner Heimatstadt nur wenigen bekannt. Er bewegte sich zeitlebens weitgehend jenseits gängiger Kunstströmungen und lässt sich schwer ins kunsthistorische Raster der verschiedenen Ismen des 20. Jahrhunderts einordnen. Prägend waren für ihn die Jugendjahre als Schulkamerad und späterer Künstlerfreund des früh verstorbenen Walter Kurt Wiemken (1907-1940). Der Basler Künstlervereinigung Gruppe 33, in deren Umfeld er damals verkehrte, schloss er sich aus Scheu nicht an. Obwohl er zeitweise und seit 1966 regelmässig an der Basler Weihnachtsausstellung in der Kunsthalle ausstellte, suchte er die Öffentlichkeit nicht. Er war und ist ein stiller Schaffer, der seine Freizeit neben dem Brotberuf als Flachmaler der steten und kritischen künstlerischen Suche widmete. Ganz entsprechend seiner Auffassung von der «Erde als Prüfungsanstalt, grosse[r] Umschlagplatz für durchreisende Geister» beobachtete er seine Umwelt mit wachem und kritischem Geist. Dieser liess ihn auch scheinbar Gegebenes hinterfragen. Seiner Selbstkritik fiel der grösste Teil seines vor 1950 entstandenen Werks zum Opfer. Die Themen Konflikt und Krieg spannen in seiner Biographie einen Bogen von der Verweigerung des Militärdienstes bis in sein aktuelles Schaffen. Bekenntnishafte Züge prägen die künstlerische Zwiesprache mit Papier und Stift in allen Themenbereichen, von den Landschaften zu den Sargbildern und von den «verknäuelten Wesen» bis zu den Figurengruppen. Die Treue zu seinen inneren Urbildern gilt ihm viel, solange sie wandelbar bleiben: «Nicht daran haften, jeden Tag ein anderer sein. Ein besserer.» Vernissage: Dienstag, 31. Januar 2006, um 18 Uhr (gleichzeitig mit der Ausstellung Christopher Wool - East Broadway Breakdown) Kontakt für diese Ausstellung: Michael Matile (> e-mail) |
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