< zurück zum Archiv 9. November - 23. Dezember 2011 / 3. - 20. Januar 2012:

Monotypie
Zeichnung < Druckgraphik > Malerei






Rosina Kuhn (geb. 1940)
Eika's Dogs
2011
Monotypie
Im Besitz der Künstlerin


Stefan Gritsch (geb. 1951)
Herzaufschnitt
2006
Acryl auf Papier
Graphische Sammlung ETH Zürich
©ProLitteris, Zürich


Francine Mury (geb. 1947)
"framentum pro figura“
2011
Monoprint
Im Besitz der Künstlerin






Monotypie ist ein einmaliger, nicht wiederholbarer Abdruck auf Papier. Macht man dennoch von der Platte einen zweiten Druck, entsteht nur noch ein sogenannter ‚ghost print‘. Auf einer Kupfer-, Zink-, Glasplatte oder auf einer anderen Unterlage wird ein Bild gemalt oder gezeichnet und davon anschliessend ein Abdruck genommen. Monotypie ist ein Zwischending Druckgraphik. Es ist ein Druck und dennoch nicht reproduzierbar, einmalig wie eine Zeichnung oder ein Gemälde zwischen Zeichnung und Druckgraphik, zwischen Malerei und. Monotypie ist eine Verbindung von Malerei, Zeichnung und Graphik.

Maler wie Giovanni Benedetto Castiglione (1609-1665) oder Edgar Degas (1834-1917) haben in diesem Medium Grossartiges geschaffen. Es sind zum einen Maler, die sich diese Technik zu eigen machen, aber auch Künstler, die aus einer intimen Kennerschaft der Druckgraphik heraus sich in den Grenzbereich zwischen Zeichnung und Druckgraphik vorstossen, und schliesslich Künstler, die von einem konzeptuellen Ansatz her zur Monotypie gelangen.

Was ist in der Ausstellung zu sehen?

Im Ausstellungsraum werden Monotypien von sieben internationalen und nationalen Künstlerinnen und Künstlern vorgestellt: Per Kirkeby und Rosina Kuhn, die gewissermassen malend drucken, Andy Warhol, Georg Baselitz, Francine Mury und Anselm Stalder, die ihre druckgraphische Kennerschaft auch auf dem Feld der Monotypie souverän ausübten, und Stefan Gritsch, der von einem konzeptuellen Ansatz her zur Monotypie kam. In den Gangvitrinen wird die Präsentation ergänzt durch Unikatdrucke von Peter Emch, Jean Pfaff und Claude Sandoz einerseits und durch eine Auswahl weiterer Monotypien aus der Sammlung andererseits, Monotypien vom frühen 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart, von Helen Dahm bis Jean Crotti.

Welche Werke sind die Highlights?

Allein die Fülle und Vielfalt der Monotypie ist ein ‚must see‘. Zur Monotypie gehört auch das Moment der Überraschung. Erst wenn Kunstschaffende das bedruckte Blatt von der Platte abziehen, sehen sie das endgültige Ergebnis. Am grössten ist die Überraschung bei den Rorschach-Tests, so etwa bei Warhol. Ihr Ergebnis lässt sich überhaupt nicht steuern.

Eröffnung: Dienstag, 8. November 2011, 18 Uhr
Einführung durch Paul Tanner, anschliessend Vorstellung des neuen Buches Rosina Kuhn. Ein Leben lang Malerin durch Guido Magnaguagno



Kontakt für diese Ausstellung:
Paul Tanner (> e-mail)





Seite aktualisiert 18.10.2011_ab