< zurück zum Archiv 14. November - 21. Dezember 2007 und 7 - 18. Januar 2008:

Mola und Zeitgenossen
Römische Zeichnungen aus der Sammlung der Kunstakademie im museum kunst palast Düsseldorf




Pier Francesco Mola (1612-1666)
Zwei Studien zu Joseph
Feder und Pinsel in Braun
museum kunst palast Düsseldorf


Gianlorenzo Bernini (1598-1680)
Zwei groteske Köpfe
um 1625
Rote Kreide, weiss gehöht
museum kunst palast Düsseldorf

Mit über sechzig römischen Barockzeichnungen aus der Sammlung der Kunstakademie Düsseldorf ist das museum kunst palast in Düsseldorf erstmals zu Gast in der Graphischen Sammlung der ETH Zürich.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der nahe der italienischen Grenze in Coldrerio geborene Tessiner Künstler Pier Francesco Mola (1612 - 1666), von dem in Düsseldorf mit annähernd vierzig Zeichnungen die grösste geschlossene Werkgruppe bewahrt wird. Nach Aufenthalten in Oberitalien und Venedig war der Künstler den grössten Teil seines Lebens in Rom tätig. Seine wichtigsten römischen Auftraggeber waren die Bankiersfamilie Costaguti, der Nepote Papst Innocenz X., Camillo Pamphilj, der venezianische Botschafter Niccolò Sagredo und schliesslich der aus Siena gebürtige Chigi-Papst Alexander VII. Dieser liess sich von Mola porträtieren und räumte ihm eine wichtige Rolle bei der Dekoration seiner Galerie im Palazzo del Quirinale ein.

Über dreissig bedeutende Blätter des Barockkünstlers werden zu sehen sein: schnelle Skizzen mit der Feder, kraftvolle Pinselzeichnungen und Figurenstudien in Kreide. Die Vielfalt ihrer Erscheinungsweise macht einen Künstler voller Erfindungskraft und -geist erlebbar. Die Gruppe wird ergänzt durch Zeichnungen seines Schülers Giovanni Battista Pace sowie einer Auswahl von Werken von deren Zeitgenossen. Neben führenden Künstlern wie Gianlorenzo Bernini, Guglielmo Cortese und Pietro da Cortona zeigt die Auswahl Werke, die im unmittelbaren Arbeitszusammenhang mit Pier Francesco Mola entstanden sind. Es sind dies Vorstudien für die gemalte Ausstattung der Galerie Papst Alexander VII. im Palazzo del Quirinale, solche für Gemälde in den Kirchen S. Maria della Pace und S. Marco sowie für den Palazzo Pamphilj in Valmontone. Sie spiegeln ein lebhaftes Schaffen in gegenseitigem Austausch, bei dem doch jeder Künstler seine eigene Bildsprache und Zeichenweise behielt.

Die Ausstellung bietet in Zürich mit eindrücklichen Werken römischer Zeichnungskunst erstmals einen Überblick über diese sowohl künstlerisch wie historisch faszinierende Zeitspanne vor und nach 1650.

Vernissage: Dienstag, 13. November 2007, um 18 Uhr


Kontakt für diese Ausstellung:
Michael Matile (> e-mail)
Publikation
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: Pier Francesco Mola und Zeitgenossen - Römische Zeichnungen aus der Sammlung der Kunstakademie im museum kunst palast Düsseldorf, bearbeitet von Sonja Brink und Michael Matile, Hrsg. Graphische Sammlung museum kunst palast Düsseldorf, Berlin: Deutscher Kunstverlag, 2007.


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