< zurück zum Archiv 5. September - 26. Oktober 2007:

Lohse Themen Drucken






Richard Paul Lohse (1902-1988)
Vertikale Stufung. 1974
Siebdruck
Graphische Sammlung der ETH Zürich
© ProLitteris, Zürich 2007


Richard Paul Lohse (1902-1988)
Bewegung von vier kontrastierenden Gruppen aus einem Zentrum, Blatt 1 aus: Sechs Serigrafien
1967
Siebdruck
Graphische Sammlung der ETH Zürich
© ProLitteris, Zürich 2007


Zdenek Sykora (*1920)
Aus: Jan Neruda - Pisne kosmicke [Kosmische Lieder]
1999
Serigraphie
Graphische Sammlung der ETH Zürich


Als Erwin Gradmann 1953 einer Arbeitsgemeinschaft von Studierenden beider Zürcher Hochschulen in der Graphischen Sammlung der ETH Platz für die Ausstellung: "Sie leben heute" gewährte, hätte Richard Paul Lohse (1902-1988) genau wie Camille Graeser und Leo Leuppi mit frühen druckgraphischen Arbeiten vertreten sein können. Leuppi war ja mit Lohse Gründer und erster Präsident der Allianz, einer Vereinigung moderner Schweizer Künstler. Der Allianz-Verlag gab 1941 das Portfolio "5 constructionen + 5 compositionen" heraus, in dem Lohse folglich auch verteten ist. Das Portfolio hatte Rudolf Bernoulli schon im Jahr danach, 1942, für die Graphische Sammlung erworben. Die sieben Künstler und eine Künstlerin aus Zürich, die in der eingangs erwähnten Ausstellung vertreten waren, steuerten für den Katalog je einen Holz- oder Linolschnitt bei. Das könnte der Grund gewesen sein, warum Lohse sich nicht beteiligte, war damals seine bevorzugte Drucktechnik für Künstlergraphik die Lithographie. Es sollte noch ein Jahrzehnt vergehen, bis einzelne Blätter oder Folgen von Lohse in thematischen oder Gruppenausstellungen der ETH integriert wurden.

Nun richtet die Graphische Sammlung der ETH Lohse und seiner Künstlergraphik eine eigene Ausstellung ein. Das Zentrum der Ausstellung nehmen die neun Siebdrucke und das Analyseblatt aus dem Portfolio "Vertikalen" von 1970 ein, damals von der Galerie Renée Ziegler herausgegeben. Waren die frühen druckgraphischen Arbeiten noch Lithographien, so sind es von 1964 an fast durchwegs Siebdrucke, eine Technik, die von allen Vertretern der Zürcher Konkreten seit den sechziger Jahren bevorzugt wurde, und die es erlaubt, präzise voneinander abgegrenzte Flächen in beliebig vielen Farben zu drucken. Kennzeichnend für Lohses Drucke ist zudem der enge formale Bezug von Malerei und Druckgraphik. Die Bestände der Sammlung wurden ergänzt mit Leihgaben aus dem Archiv der Richard Paul Lohse-Stiftung, dem Kunsthaus Zürich und der Galerie Renée Ziegler.

Richard Paul Lohse verdiente zunächst und noch für Jahrzehnte sein Brot als Reklamezeichner. Die Richard Paul Lohse-Stiftung gab 2000 zu seiner Gebrauchsgrafik eine umfangreiche Publikation mit detailliertem Werkverzeichnis heraus. Mit der Ausstellung der Künstlergraphik ist die Ankündigung einer Publikation der Stiftung verbunden, die diesem Teil seines Schaffens gewidmet sein wird.


Zdenek Sykora - Druckgraphik

Parallel zur Ausstellung von Richard Paul Lohse werden in den Korridorvitrinen der Graphischen Sammlung druckgraphische Arbeiten des tschechischen Malers Zdenek Sykora (geboren 1920) gezeigt. Vor fünfunddreissig Jahren, 1972, stellte die Erker-Galerie in St. Gallen Konstruktive Kunst aus der Tschechoslowakei vor, und mit ihr auch Zdenek Sykora. Von 1980 an gab der junge Neuenburger Verleger und Drucker Marc Hostettler kontinuierlich Siebdrucke von Zdenek Sykora heraus. Sykora's konkrete Kunst fand so in der Schweiz schon recht früh Aufmerksamkeit. Die Strukturen seiner Bilder basieren auf Zahlenreihen, die er bereits in den siebziger Jahren mit dem Computer errechnen liess. Sämtliche von Hostettler edierten Blätter wurden unlängst von der Graphischen Sammlung der ETH angekauft und werden nun erstmals gezeigt, ergänzt um weitere, vom Künstler erworbene Werke.

Vernissage: Dienstag, 4. September 2007, um 18 Uhr


Kontakt für diese Ausstellung:
Paul Tanner (> e-mail)


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