| < zurück zum Archiv | 3. - 23. Dezember 2003; 5. Januar - 13. Februar 2004: Italienische Holzschnitte der Renaissance und des Barock |
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Der Holzschnitt bewirkte in der Renaissance einen mediengeschichtlichen Umbruch, der
nur mit den Veränderungen verglichen werden kann, die durch die moderne digitale Bildverarbeitung hervorgerufen wurden. Er schaffte
die Voraussetzung, Text und Bild mit einfachen Mitteln zu vervielfältigen und in grossen Auflagen einem breiten Publikum verfügbar zu
machen. Die Aufgaben und Ziele des gedruckten Mediums sind bis heute ähnlich geblieben. Die Wege und Mittel sie zu erreichen,
haben sich seit dem 16. Jahrhundert hingegen gewandelt: Eine Ausstellung und ein wissenschaftlicher Katalog über die italienischen
Holzschnitte aus der Zeit zwischen 1500 und 1800 schärfen dafür den Blick.
In Italien bildeten sich nach 1500 rasant wachsende Zentren des Buch- und Bilddrucks. Rückblickend auf die Geschichte des italienischen Holzschnitts stellen die Drucke nach Tizians Entwürfen und die Farbholzschnitte, sog. Chiaroscuroschnitte, nach Raffael und Parmigianino die bedeutendsten und innovativsten Leistungen dar. Hier werden Strategien zur Vermarktung eigener Bildideen ebenso ablesbar, wie das Bemühen der Holzschneider, höchste künstlerische Ansprüche zu erfüllen. Manche wenig bekannte Kostbarkeiten sind in der Ausstellung neben berühmten aber selten gezeigten Meisterwerken im Original zu sehen. Teil des Bestandes sind u.a. Werke folgender Künstler und Holzschneider: Andrea Andreani, Niccolò Boldrini, Giovanni Britto, Luca Cambiaso, Ugo da Carpi, Bartolomeo Coriolano, Andrea Schiavone, Giuseppe Scolari, Niccolò Vicentino, Antonio da Trento und Antonio Maria Zanetti. Kein anderer Zweig der italienischen Druckgraphik besass für die späteren Jahrhunderte mehr Ausstrahlungskraft. So erwiesen sich etwa die Landschaftsholzschnitte Tizians ebenso prägend für die bolognesische Landschaftsauffassung im 17. Jahrhundert, wie sie für Rubens Antrieb waren, sich selbst intensiv mit dieser Technik auseinanderzusetzen und mit eigenen Holzschneidern zusammenzuarbeiten. Nicht weniger Faszination ging von den Chiaroscuro-Holzschnitten aus. Noch im 18. Jahrhundert befasste sich der Venezianer Anton Maria Zanetti erneut mit dieser attraktiven Technik und verhalf der Gattung mit verfeinerten Mitteln noch einmal zu einer späten Blüte. Mit der Ausstellung ermöglicht die Graphische Sammlung der ETH der Öffentlichkeit erstmals einen umfassenden Überblick über ihre Bestände an italienischen Holzschnitten aus der Zeit zwischen 1500 und 1800. Die Ausstellung und der Katalog setzen die wissenschaftliche Bestandesaufnahme fort, die mit der Bearbeitung der frühen italienischen Druckgraphik 1460-1530 und der Druckgraphik von Lucas van Leyden und seinen Zeitgenossen begann. Die Bearbeitung des Bestandes folgt wissenschaftlichen Kriterien. Kennerschaftliche Methoden und Analysen der Erhaltung und des Papiers bieten die Grundlage für einen neuen Blick auf dieses Kapitel der Geschichte der Druckgraphik. Vernissage: Dienstag, 2. Dezember 2003, um 18.00 Kontakt für diese Ausstellung: Michael Matile (> e-mail) |
Der Katalog Die italienischen
Holzschnitte der Renaissance und des Barock setzt die wissenschaftliche Bestandesaufnahme der Graphischen Sammlung fort. |
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