| < zurück zum Archiv | 23. August - 13. Oktober 2006: Graphik des Expressionismus Die Sammlung Schaufelberger |
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Die Künstler Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Max Pechstein,
Franz Marc und Wassily Kandinsky und viele andere suchten nach einem neuen Verhältnis von Kunst und Leben.
Die Zeitspanne ihrer unter der Bezeichnung Expressionismus bekannt gewordenen Kunst reicht von der
Gründung der Brücke in den Jahren 1904/05 bis zur Währungsstabilisierung nach dem 1. Weltkrieg um 1923. Die Künstler, die sich in den Vereinigungen der Brücke und des Blauen Reiters zusammengefunden hatten,
verstanden sich als Vertreter einer Avantgarde, als Vorhut einer neuen Kunstauffassung. Zentrale
Anknüpfungspunkte bildeten für sie neben den zeitgenössischen Bewegungen in Frankreich, Deutschland und
Russland vor allem die mittelalterliche Kunst und die afrikanische sowie die asiatische Plastik, die mit
ihrem ursprünglichen, kraftvollen Erscheinungsbild den Nerv ihres Kunstempfindens trafen. In der Dynamik
ihres Farbgebrauchs fand ihr Anliegen die grösste Abgrenzung gegenüber der traditionellen Malerei.
An Intensität des Ausdrucks stand ihr die Graphik allerdings kaum nach: Der harte Kontrast von flächigem
Schwarz und Weiss im Holzschnitt, die Brüchigkeit der Strichlagen in Radierungen und Kaltnadelarbeiten
und die nuancenreiche, die zeichnerische Handschrift sichtbar machenden Eigenschaften der Lithographie
entwickelten sich zu einer eindringlichen Sprache der Bewegung.
Das Sammeln expressionistischer Kunst besass im 20. Jahrhundert eine Tradition, die nicht erst in der Nachkriegszeit und mit der gesellschaftlichen Rehabilitierung der unter dem Naziregime als 'entartet' bezeichneten Künstler einsetzte. Mit Originalgraphik ausgestattete Zeitschriften und illustrierte Bücher förderten schon in der Frühzeit der Bewegung die Leidenschaft aufgeschlossener Sammler. Diesen und anderen Raritäten galt auch die Begeisterung des Schweizer Sammlers Fritz Schaufelberger. Über Jahrzehnte hinweg gelang es ihm, eine beachtliche Kollektion expressionistischer Graphik zusammenzutragen. Die Sammlung, die dereinst als Schenkung den Bestand der Graphischen Sammlung in schönster Weise bereichern wird, erhält mit der Ausstellung nun erstmals ein breites Publikum. Vernissage: Dienstag, 22. August 2006, um 18 Uhr Kontakt für diese Ausstellung: Michael Matile (> e-mail) |
Publikation Zur Ausstellung erscheint im Schwabe Verlag Basel, in der Reihe Beiträge aus der Graphischen Sammlung der ETH Zürich, eine Publikation mit einem Text von Michael Matile. |
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