| < zurück zum Archiv | 4. Februar - 27. März 2009: Bilderrätsel |
|||||||||||||||||
|
Das Rätsel ist nicht nur die Domäne der Kreuzworträtsellöser. Das Rätselhafte gehört auch zur Kunst –
und man sollte auch gar nicht erst versuchen, alle Fragen so eindeutig zu beantworten, dass am Ende die Schönheit der Frage auf der Strecke bleibt.
Probleme lösen heisst immer auch: Probleme auflösen. Interessanter kann bisweilen sein, sich an Fragen zu versuchen, bei denen es entweder gar keine
Antwort gibt, oder die einen vor weitere mögliche Fragen stellen. Im übrigen ist ein jedes Bild auf die eine oder andere Weise ein derartiger ‚Problemfall’.
Und so spielt sich im Rahmen dieser Ausstellung das Quiz beim Bilderanschauen wie von selbst. Man kann sich seine Gedanken machen zu den in den ausgewählten Druckgraphiken und Zeichnungen versammelten ‚Bilderrätseln’ in weitestem Sinn: zuerst im Wortsinn zum Rebus, dann zu Verwandlungen aller Art, zu Themen zum Suchen, Schlafen und Träumen, zu Fantasiestücken und Verfremdungen, Verschlüsselungen, Allegorien. Zuletzt kann man am Rätselbild schlechthin herumrätseln, das auch Fachleute wieder und wieder dazu anspornt, bestehende Interpretationen zu interpretieren. Mit dem Vergnüglichen am Rätselraten ist es nicht immer getan. Auch die ‚fröhliche Wissenschaft’ ihrerseits bietet mancherlei Anlässe zum Rätseln. Die Idee, dem ‚Bilderrätsel’ eine Ausstellung zu widmen, entstand denn auch während der alltäglichen Konsultation der Inventare der Graphischen Sammlung. Da gibt es Blätter ohne Zuschreibung; Sujets, die noch gar nicht näher definiert sind oder solche, die immer neue Definitionen herausfordern; es ist zwischen verschiedenen ‚Zuständen’ einer Graphik zu unterscheiden, allenfalls zwischen Original und Kopie; und immer wieder: die zahlreichen historischen und zeitgenössischen Bilder ‚Ohne Titel’, die alles offen lassen; beim Katalogisieren bedient man sich zu ihrer Unterscheidung dennoch der Hilfskonstruktion einer beschreibenden Betitelung – und solche spontane Provisorien verfestigen sich dann manchmal zu einer Art ‚Gewohnheitsrecht’. Und umgekehrt: Was ist davon zu halten, wenn Künstler ihre Arbeit mit Titeln regelrecht verrätseln? Wie auch immer: Wo das Wissen fehlt, kommt man ums Raten nicht herum. Und Rätselraten ist nie mehr als zu hoffen: hoffentlich stimmt’s … Solche und ähnliche Fragen bestimmen das Konzept und das Bild der Ausstellung auf dem Weg zwischen Vermutung und Gewissheit, Belehrung und Vergnügen. Vernissage: Dienstag, 3. Februar 2009, um 18 Uhr Kuratorin: Eva Korazija Kontakt für diese Ausstellung: Patrick Blank(> e-mail) |
|
||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||